Kurze Geschichte des Aenisbrötli

Das Aenisbrötli gehört zusammen mit dem Tirggel und den Spekulatien zur Familie der Bildgebäcke. Wann genau die ersten Aenisbrötli gebacken wurden, ist unbekannt. Ebenso ist verborgen, wer als Erfinder dieses Gebäcks fungieren darf. Jedoch weiss man, dass im frühen Mittelalter bereits Models aus Birnenholz und Keramik, aber auch aus Stein und Metall gefertigt wurden, um diesem Gebäck das prägende Bild zu verleihen. Die Backkunst nahm, wie so vieles, ihren Anfang in der Kirche, genauer in den kirchlichen Hostienbäckereien. Dort schmückten die ersten Aenisbrötli denn auch christlich-religiöse Motive.

Das Aenisbrötli erreichte im 17. Jahrhundert schliesslich die ausserkirchlichen Backstuben, was sich nun in einer Vielzahl weltlicher Motive zeigte.
Beliebt waren im 18. Jahrhundert zunächst heraldische Motive, jedoch setzten sich kurz darauf auch Naturmotive und Darstellungen aus dem gesellschaftlichen Leben durch.

Noch heute, dreihundert Jahre später, ist das Aenisbrötli unvermindert beliebt als Geschenk zur Verlobung, Hochzeit oder Geburtstag. Darüber hinaus erfreuen sich vor allem in der Weihnachtszeit auch die klassischen Festtagsmotive ungebrochener Beliebtheit.

Zu dieser dauerhaften Beliebtheit trägt sicherlich auch bei, dass die schmackhaften Aenisbrötli, der wahre Klassiker unter den Festtagsgebäcken, zu Weihnachten einfach nicht fehlen dürfen.
© 2010 Ruth Zobrist-Nussmüller. Alle Rechte vorbehalten.
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